Die Vereinten Nationen an der KS Lörrach

“Der Klimawandel stellt uns vor ein gewaltiges Problem, er beschleunigt sich und wir müssen rasch Lösungen finden, bevor es zu spät ist. Für viele, Menschen, Regionen und Länder geht es beim Klimawandel längst um Leben oder Tod.” Diese eindringliche Warnung des UN-Generalsekretärs António Guterres auf dem 24. Klimagipfel der Vereinten Nationen im Jahr 2018 sollte für zwei Klassen der Kaufmännischen Schule Lörrach die Grundlage sein, einmal in die Rolle von Delegierten zu schlüpfen, die in der Verantwortung stehen ein globales Klimaabkommen auszuhandeln.

Möglich machte dies das „simulationsorientierte Rollenspiel World Climate“, welches auf Initiative von Dr. Erika Höcker (Energieagentur Landkreis Lörrach GmbH) an die Kaufmännische Schule Lörrach herangetragen und dankbar von Bernhard Kapp mit der Klasse WG-E/5 und Sebastian Kropff mit der Klasse 1BK1W/1 aufgegriffen wurde. Zu Beginn versuchte Ellena Emert in der Rolle als Generalsekretärin der Vereinten Nationen alle Delegierten auf die Dringlichkeit des zu verhandelnden Themas einzuschwören und gab als Ziel vor, die Klimaerwärmung dürfe zwei Grad bis zum Jahr 2100 nicht überschreiten. Unterstützung erhielt sie dabei von Levi Küpfer in der Rolle des Wissenschaftlers eines renommierten Klimaforschungsinstituts.

In der Folge ergaben sich nun an Intensität zunehmende Diskussionen und Wortgefechte zwischen den Delegierten verschiedener Industrie-, Schwellen und Entwicklungsländer. Vertreter der Industrienationen saßen dabei an Tischen mit Tischdecken, Blumenschmuck und Fähnchen, wohingegen Vertreter der Entwicklungsländer auf dem Boden sitzen mussten. Dadurch wurden die jeweiligen Machtpositionen zusätzlich erlebbar. Gegenstand der Verhandlungen war es unter anderem für seine Ländergruppe konkret festzulegen, ab wann in welchem Ausmaß der CO2-Ausstoß reduziert werden soll und in welchem Umfang Aufforstungsprogramme initiiert werden sollen. Gedanken machen mussten sich die Teilnehmer auch, welchen finanziellen Beitrag sie zu einem internationalen Klimafonds leisten möchten/können. Nach zwei Verhandlungsrunden konnten sich alle Beteiligten auf einen maximalen Temperaturanstieg von 2,4 Grad als Zielvorgabe einigen.

Was habe ich gelernt und welche persönlichen Rückschlüsse lassen sich daraus für den Alltag ziehen? Klar wurde allen Anwesenden, dass ein Umdenken in verschiedensten Bereichen stattfinden muss. Nicht nur bei der Frage, welche Verkehrsmittel wir nutzen, sondern insbesondere auch bei der Ernährung entscheiden wir in erheblichem Maße, wie stark unser Klima belastet wird. Hier gab es durchaus unterschiedliche Ansichten, welche Maßnahmen realistisch und wo die Einschränkungen im Alltag vielleicht doch zu groß sind. Einig waren sich jedoch alle, dass diese Simulation ein prima Erlebnis war. Nicht nur die Beschäftigung mit diesem womöglich wichtigsten Thema der Menschheitsgeschichte, sondern auch das zähe Ringen und Aushandeln von Kompromissen wurde als wertvolle Erfahrung wahrgenommen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch das umfangreiche Kuchenbuffet, welches die Schüler*innen auf die Beine gestellt hatten!

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