Love Letters – Lehrertheater an der KS Lörrach

Was ist Liebe? Wofür leben wir eigentlich?
Theaterabend des Freundeskreises beglückt Publikum

Einen Abend der besonderen Art bescherte dem Kollegium sowie Schülerinnen und Schülern und weiteren interessierten Personen einmal mehr der Freundeskreis der Kaufmännischen Schule. Auf dessen „Kleinkunstbühne“ inszenierten Daniela Spitzner und Patrick Berger – beide Lehrkräfte an der KSLÖ – das Stück „Love Letters“ des amerikanischen Dramatikers Albert R. Gurney.

Anhand einer Reihe von Briefen, die über Jahrzehnte zwischen den beiden Protagonisten eines seit der Schulzeit befreundeten Paares hin- und hergehen, lässt Gurney geschickt das Publikum selbst die sich dabei entwickelnde Beziehung rekonstruieren.

Wie viel unsere Vorstellungskraft auszurichten vermag, führt das Stück vor Augen, als sich die anfänglich kumpelhafte Freundschaft zu einer tragischen Liebe entwickelt, die ihre überwältigende Kraft letztlich nur entfalten kann, weil sie sich nie in der Wirklichkeit bewähren muss. Dass sich aber die stattdessen eingegangenen pragmatischen und kompromisshaften Lebensentwürfe letztlich als genauso große Lebenslüge erweisen können, ließen die beiden Darsteller durch ihr gleichermaßen einfühlsames wie ausdrucksstarkes Spiel nachempfinden.

Warum verehren wir gute Schauspieler so? Sie durchleben stellvertretend für uns Höhen und Tiefen des Lebens, die sie dadurch für uns erlebbar machen, ohne dass wir uns den damit verbundenen Gefahren wirklich aussetzen müssen. Dies wurde auch an diesem Abend dank der faszinierenden Leistung der beiden Akteure deutlich. Entsprechend berührt und begeistert nahmen die Zuschauer die Darbietung auf.

Befragt nach der Entwicklung ihres verblüffenden Talents, antwortete Daniela Spitzner, deren Vorstellung der unglücklich Liebenden manchem unter die Haut ging: „In der dritten Klasse durfte ich einmal einen Satz auf der Bühne sprechen; eigentlich war dies also mein erstes Mal. Im geschützten Rahmen der Schule fällt es mir aber natürlich leicht aufzutreten und zu spielen.“

Patrick Berger, der mit seinem Spiel nicht minder berührte, und der bereits als Initiator des adventlichen Leseabends an der Kaufmännischen Schule begeisterte, gab zu Protokoll, er spiele schon immer gern. „Mir war es wichtig, etwas Leben, etwas Kultur in die Schule zu bringen – und da ich unserer Theater-AG nicht ins Gehege kommen wollte, beschloss ich, mir im Rahmen des Freundeskreises mein eigenes Forum zu schaffen, um über das Schuljahr verteilt hin und wieder kulturell ansprechende Abendveranstaltungen an der Schule zu organisieren. Das kenne ich so von meiner früheren Schule – und ich hätte es schade gefunden, wenn es hier nicht etwas Ähnliches gäbe. Meine Idee war es, daraus eine Veranstaltungsreihe erwachsen zu lassen, die zu einer festen Institution an unserer Schule wird.“

Dass dies gelingt, ist ihm wie allen am Schulleben der Kaufmännischen Schule Lörrach Beteiligten nur zu wünschen.

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