Eine-Welt-Forum: Projektunterricht im WG

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Kaufmännische Schule auf dem Weg zum Fair-Trade-Siegel

Warum es nicht egal ist, wo wir unsere Sneakers kaufen – und wie unser Konsumverhalten mit globalen Problemen wie Umweltzerstörung, Ausbeutung und politischen Verwerfungen zusammenhängt, führte der Projektunterricht des Eine-Welt-Forums Freiburg in den Religions- und Ethik-Kursen des Wirtschaftsgymnasiums drastisch vor Augen.

Nach einer kurzen Einführung in die globale Problemlage durch die Referent:innen des Eine-Welt-Forums setzten sich die Schülerinnen und Schüler an thematisch verschieden ausgerichteten Stationen mit einzelnen Aspekten bzw. Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auseinander. So sollten sie etwa die Kostenanteile der einzelnen Produktionsschritte bzw. der Lieferkette eines Turnschuhs einschätzen: Wenn ein Turnschuh 100 Euro kostet, wo fließt das Geld hin? Wie viel davon bekommen tatsächlich diejenigen, die den Schuh hergestellt haben? Wer fährt den größten Gewinn ein? Viele Schülerinnen und Schüler stellten dabei fest, wie wenig sie über die Zusammenhänge wissen und wie leicht sie sich verschätzen.

Des Weiteren stand das aktuell diskutierte Lieferketten-Gesetz und die damit zusammenhängende Unternehmensverantwortung ebenso auf dem Prüfstand und zur Diskussion wie die Kriterien fairen Handels und die Frage, was jede und jeder Einzelne der Anwesenden zu tun bereit wäre, um die scheinbare Zwangsläufigkeit der Zerstörung unserer Erde abzuwenden.

„Ich war dann doch überrascht, wie falsch wir in unserer Einschätzung lagen“, sagte eine Schülerin hinterher. „Vieles wussten wir zwar schon“, meinte ein anderer, „aber es wurde auch deutlich, wo wir noch massive Wissenslücken haben und an welcher Stelle wir mehr in die Tiefe gehen müssten.“

Am Ende der Stunde zogen die Schülerinnen und Schüler das Fazit, dass sie – obwohl sie bereits einiges über die dargestellten Zusammenhänge wussten – doch einzelne Aspekte neu bewerteten und die Veranstaltung damit insgesamt informativ fanden. Die Bereitschaft war groß, sich weiterhin mit dem Problem der weltweiten industrialisierten Produktionsabläufe sowie des internationalen Handels auseinanderzusetzen und damit zusammenhängend das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen.

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